Schimmel in der Wohnung ist nicht nur schädlich für die Gesundheit, sondern auch ein Grund zur Mietminderung. Doch Vorsicht: Wer durch Eigenverschulden die Schimmelbildung in der Mietwohnung ausgelöst hat, hat weder Anrecht auf Mietminderung, noch kann der Wohnungseigentümer zur Schimmelbeseitigung herangezogen werden. Prinzipiell sollte bei Schimmelbefall und Schimmelbildung in einer Mietwohnung nicht die wirtschaftliche Seite, in Form einer Mietminderung, sondern der gesundheitliche Faktor der Schimmelbeseitigung im Fokus stehen.

Schimmel in der Mietwohnung – Wer ist schuld?

Die Bildung von Schimmel an Wänden und Decken in einer Mietwohnung kann unterschiedliche Ursachen haben. Sowohl der Mieter als auch derVermieter kann Schuld an der Schimmelbildung haben.

Schimmelbildung in Wohnung – Schuld des Vermieters

Liegen in einer Mietwohnung bauliche Mängel vor, die ausschlaggebend für die Schimmelbildung sind, liegt die Schuld der Schimmelbildung eindeutig beim Vermieter. Beispielsweise ein undichtes Dach, bzw. von außen eindringende Feuchtigkeit sind Sache des Vermieters. Eine weitere Ursache der Schimmelbildung können undichte Wasser- und Abwasserrohre darstellen. Auch auf diese kann der Mieter keinen Einfluss nehmen. Ist die Bausubstanz erst einmal feucht, stellt diese an diesen Stellen besonders guten Nährboden zur Schimmelbildung dar. Sowohl die Kosten zur Beseitigung baulicher Mängel, die zur Schimmelbildung führen, als auch die Trockenlegung der Bausubstanz und das Entfernen von Schimmel gehen zu Lasten des Vermieters.

Schimmelbildung in Wohnung – Schuld des Mieters

Schimmelbildung in Wohnung - Mieter und Vermieter - Mögliche MietminderungDie häufigste Ursache von Schimmelbildung in Wohnungen liegt in der mangelnden Lüftung. So findet man häufig in Badezimmern Spuren von Schimmel an Fugen und Wänden. Die Ursache liegt an der hohen Luftfeuchtigkeit im Badezimmer. Nach einem heißen Bad oder einer Dusche beschlagen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit Fenster, Spiegel und Fliesen. Wird in diesem Fall nicht regelmäßig gelüftet, sammeln sich hier Keime und Bakterien an und es kommt zur Schimmelbildung. Dies ist nicht nur im Badezimmer der Fall, sondern kann auch andere Räume betreffen. Beispielsweise, indem man täglich frisch gewaschene Wäsche im Schlafzimmer, oder anderen Räumlichkeiten zum Trocknen aufhängt. Denn die Feuchtigkeit wird an die Raumluft abgegeben. Auch Möbel, die zu nah an Außenwänden stehen, können Schimmelbildung hervorrufen, da es hier meist nicht zu einer Luftzirkulation kommt.

Schimmelbefall in Wohnung, was tun?

Zunächst einmal sollten Sie den Schimmelbefall dokumentieren, indem Sie Bilder von den betroffenen Stellen machen. Dann ist unverzüglich der Vermieter über die Schimmelbildung zu informieren.

Wird der Vermieter nicht umgehend über den Schimmelbefall unterrichtet, besteht auch kein Anrecht auf Mietminderung.

Häufig wird vom Vermieter die Ursache der Schimmelbildung auf mangelhafte Lüftung der Wohnung durch den Vermieter geschoben. Ist man jedoch der Auffassung, dass man ausreichend lüftet und der Schimmelbefall durch bauliche Mängel oder schlechte Isolierung zurückzuführen sind, dann sollten Sie das auch anfechten. Über ein Beweissicherungsverfahren beantragt der Mieter die offizielle Feststellung der Mängel bei Gericht. Die anfallenden Kosten für das Gutachten werden durch die Rechtsschutzversicherung getragen.

Mietminderung aufgrund Schimmel

Tatsächlich kann man als Mieter einer Wohnung mit Schimmelbefall zwischen 5% und 20% Mietminderung erwirken. Mietminderung aufgrund Schimmelbefall ist jedoch nur dann möglich, wenn durch den Schimmel der Gebrauch der Wohnung beeinträchtigt ist. Kommt es zur Mietminderung und stellt sich durch ein Gutachten heraus, dass der Mieter den Mangel verursacht und die Schimmelbildung ausgelöst hat, muss dieser die einbehaltene Miete (Mietminderung) nachzahlen.

Zusammenfassung

Abschließend möchten wir nochmal zusammenfassen, was es bei Schimmelbildung in der Mietwohnung zu beachten gilt.

  • Schimmelbefall dokumentieren
    • Fotos von Schimmelbefall machen
    • Größe des Schimmelbefalls ermitteln
    • Mögliche Ursachen identifizieren (Wasserschaden)
  • Mangel mitteilen
    • Der Mieter hat den Vermieter unverzüglich über Mangel der Schimmelbildung zu unterrichten
    • Telefonisch, aber auch per Mail / Post (Einschreiben/Rückschein). So hat der Mieter auch Beweise, dass Sie den Vermieter unverzüglich unterrichtet hat.
    • Bilder mitsenden, um den konkreten Mangel der Schimmelbildung aufzuzeigen
  • Schuldfrage klären
    • Möglicherweise über ein Beweissicherungsverfahren mit Gutachter
      • Kosten hierfür trägt die Rechtsschutzversicherung (sollte jeder Mieter abgeschlossen haben)
  • Mietminderung
    • Mietminderung ist nur möglich, wenn der Gebrauch der Wohnung dadurch beeinträchtigt ist.
    • Mietminderung von 5% bis 20% sind möglich
    • Wurde der Mangel nachweisbar durch den Vermieter verursacht, muss die einbehaltene Mietminderung durch den Mieter an den Vermieter nachbezahlt werden.

Das kann man tun, um Schimmelbildung in einer Mietwohnung zu vermeiden:

  • regelmäßig lüften
  • richtig heizen
  • Luftentfeuchter einsetzen

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